Der Change-Management Prozess nach John Kotter: Gedanken zur Pinguin Parabel

Handeln bevor es zu spät ist – eine Plattform für Pinguine

Es war einmal eine Pinguin Kolonie, die auf einem Eisberg in der Arktis lebte. Die Pinguine hatten dort ein gutes Leben. Der Eisberg bot ihnen Schutz und es gab genügend Nahrung im umliegenden Meer. Sie kannten sich hier aus und führten einen geregelten Tagesablauf. Die Kolonie war zufrieden. Ein besonders neugieriger Pinguin erkundete immer wieder die Umgebung. Auf einem seiner Streifzüge entdeckte er erschrocken einen großen Spalt im Eisberg. Dieser lag so ungeschickt, dass man ihn nur mit Mühe erreichen konnte. Von den anderen Pinguinen blieb er deshalb unentdeckt. Der neugierige Pinguin hatte bereits öfters kleine Makel am Eisberg bemerkt, aber dieser Spalt beunruhigte ihn sehr. Denn er konnte den Eisberg zerstören – die Heimat der Pinguine war in Gefahr!

So beginnt die Pinguin Parabel von John P. Kotter – frei nacherzählt. Der neugierige Pinguin muss nach seiner erschreckenden Entdeckung viel Mut aufbringen, um an die Chef-Pinguine heranzutreten. Mit viel Energie, Einsatzbereitschaft und Überzeugungsarbeit gelingt es ihm schließlich die Oberhäupter von der Gefahr für den Eisberg – und die Kolonie – zu überzeugen. Scheinbar von heute auf morgen verändert sich das Leben der Pinguine grundlegend. Dieser Change Prozess rettet am Ende der Parabel die Kolonie vor dem Aussterben und bereitet ihnen ein neues, zufriedenes und etwas aufregenderes Leben.

Alle müssen einbezogen werden

Die Parabel beschreibt anschaulich wie die acht Schritte des Change-Management Prozesses nach John P. Kotter erfolgreich umgesetzt werden (u.a. hier zum Nachlesen). Ein zentraler Punkt: Der Prozess wird zwar von oben geführt, aber alle Mitarbeiter müssen miteinbezogen werden. Andernfalls stoßen die Änderungen auf Widerstand und alte Muster werden wieder aufgegriffen. So scheitern laut Kotter 70 % aller Change Prozesse in Unternehmen. Was dagegen hilft? Mitarbeiter fühlen sich mitgenommen und wahrgenommen, wenn Änderungen frühzeitig angekündigt und nachvollziehbar erklärt werden. Zudem muss die Möglichkeit vorhanden sein den Veränderungsprozess mitzugestalten und zu optimieren. Das führt zu einer allumfassenderen, gemeinsamen Vision und zu Akzeptanz auf allen Ebenen.

Je früher desto besser

Je früher anstehende Veränderungen angekündigt werden, desto besser. Also warum nicht noch einen Schritt weiterdenken und vor dem 8-Phasen Modell ansetzen? Denn je früher Veränderungsbedarf festgestellt wird, desto leichter kann agiert werden. Es können ggf. noch kleine Schritte gegangen werden, die nicht gleich das gesamte System auf den Kopf stellen. Um die kleinen Zeichen des Wandels zu erkennen muss also das System beobachtet werden. Dabei spielt der gegenseitige Austausch im Unternehmen eine zentrale Rolle, denn jeder nimmt seinen Alltag und seine Umwelt anders wahr – und damit auch unterschiedliche Anzeichen. Eine Plattform zum Austausch kann daher wesentlich zur Lösung beitragen.

Eine Plattform für Pinguine

Um auf die Pinguin Parabel zurückzukommen: Wie wäre die Geschichte verlaufen, hätte der neugierige Pinguin die Möglichkeit gehabt bereits seine ersten Entdeckungen einem Entscheider zu erzählen? Beispielsweise bei einer Feier der Pinguin Kolonie in angenehmer und lockerer Atmosphäre, wo ihm ein offenes Ohr der Chef-Pinguine sicher gewesen wäre?

Sicher hätten die Pinguine auch zu einem früheren Zeitpunkt den Klimawandel nicht stoppen können. Dies lag ebenso wenig in ihrer Macht, wie Unternehmen Einflüsse von außen ändern können – seien es Politik, Technik oder Gesellschaftsthemen. Aber es wäre mehr Zeit gewesen der existenziellen Gefahr zu begegnen und Übergänge verträglicher zu gestalten. Formate und Plattformen wie Unternehmensfeiern, Team-Events und Workshops können daher Mittel sein, um Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und zu kommunizieren. Mit modernen Tagungsformaten wie bspw. dem World Café (wir berichteten) haben Sie die Chance den Änderungsprozess gezielt zu gestalten und durch einen breiten Dialog zum Erfolg zu führen.

Dialog kann die Veränderung nicht aufhalten – aber helfen, besser zu gestalten und im Unternehmen zu verankern.

Welche Formate kennen Sie?

Foto: Unsplash

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